Veranstaltung: 90 Jahre Rheinlandbesetzung am 7. März 1936

Wie die Hitlerjugend in den Müngersdorfer Petershof kam

Stand: 08.03.2026, hf

 

Die "Machbarschaft Petershof e.V." lud am Samstag, 7. März 2026, zu einer spannenden Veranstaltung ein. Anlaß: Der Gedenktag an die sog. "Wiederbesetzung" durch die Nationalsozialisten am 7. März 1936. Der Titel der Veranstaltung: "Hitlers Weg in den Zweiten Weltkrieg - und wie die Hitlerjugend in den Petershof kam".

 

Den Vortrag im Event-Saal des Petershofs hielt Dr. Alexander Wolz, Archivdirektor des Staatsarchivs Kitzingen und Lehrbeauftragter an der Universität Würzburg. Den historischen Hintergrund umriß der Petershof folgendermaßen:

 

"Die völkerrechtswidrige Remilitarisierung des Rheinlands ab dem 7. März 1936 war ein entscheidender Schritt von Hitler in seiner Vorbereitung des Zweiten Weltkriegs. Auch in Köln kehrte die Wehrmacht in ihre alten Kasernen zurück und die im Geheimen bereits begonnene Wiederaufrüstung konnte durch eine rege Bautätigkeit offen fortgesetzt werden.

 

Eine Reitergruppe der Hitlerjugend musste daher eine Kaserne in Köln-Riehl verlassen und die Stadt Köln stellte ihr die leer stehenden Wirtschaftsgebäude des Petershofs in Köln-Müngersdorf für ihre paramilitärischen Übungen zur Verfügung. (...)

 

Ein unbekannter HJ-Kutscher im Zweispänner fährt durch das Tor des Petershofs. Fotograf unbekannt, Bildrechte: NS-Dokumentationszentrum der Stadt Köln.

 

(...) Trotz der industrialisierten Kriegsführung spielten Pferde auch noch im Zweiten Weltkrieg eine zentrale Bedeutung für die militärische Infrastruktur; insgesamt wurden 2,8 Mio. Pferde von der Wehrmacht eingesetzt. Zusammen wollen wir diskutieren, was die Erinnerungsarbeit zu diesem Teil der Geschichte des Petershofs für unser heutiges Engagement gegen Faschismus und Krieg bedeuten kann.

 

(...) Heute wird der Petershof von unserem genossenschaftlichen Kultur- und Wohnprojekt umgebaut und wieder nutzbar gemacht. Daher hat dieser Tag eine besondere Bedeutung für uns, um an die Schrecken von Nationalsozialismus und Krieg zu erinnern (..)"

 

Dr. Wolz ist Historiker an der Julius-Maximilians-Universität in Würzburg und hat 2012 eine Dissertation zu diesem Thema abgeschlossen. Sie wurde 2014 im Oldenbourg Verlag unter dem Titel „Die Rheinlandkrise 1936. Das Auswärtige Amt und der Locarnopakt, 1933–1936“ veröffentlicht. In seinem Vortrag ist er laut Petershof auch auf die außenpolitische Vorbereitung der Aktion durch Hitler und die deutsche Führung, sowie die Haltung zu der Aktion in England und Frankreich eingegangen.

 

Nach dem Vortrag konnten die Teilnehmer in einer Diskussion verschiedene Aspekte vertiefen. Auch stand eine Führung über den Petershof auf dem Programm, denn es gibt noch stille Zeugnisse aus der Zeit der HJ-Nutzung, die kontextbezogen erklärt wurden. Christian Frings von der "Machbarschaft Petershof eG" berichtete über Erkenntnisse vom Leben junger Menschen in der NS-Zeit und wie sie auf die NS-Ideologie und letztlich auf einen Einsatz im späteren Krieg vorbereitet worden waren.

 

Der Abschluß dieses umfangreichen Geschichtsnachmittags war ein Gang zu dem Gedenkort Deportationslager Müngersdorf, der in umittelbarer Nähe vom Petershof und vom Müngersdorfer Ortskern liegt.

 

> Artikel über das Thema Gedenkort

 

> Artikel über Gutshöfe in Müngersdorf

 

> Artikel über das Projekt Petershof

 

> Link zur "Machbarschaft Petershof eG"

 

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